Allgemeine Informationen

Klinische Neuropsychologie

Neuropsychologische Diagnostik und Therapie dienen der Untersuchung und Behandlung von hirnorganisch verursachten Störungen geistiger (kognitiver) Funktionen, des emotionalen Erlebens, des Verhaltens und der Krankheitsverarbeitung sowie der damit verbundenen Störungen psychosozialer Beziehungen.

Neuropsychologische Therapie wurde als Psychotherapiemethode für die Diagnosegruppe F0 nach ICD-10 (hirnorganische psychische Störungen) anerkannt. Siehe dazu Neuropsychologie Richtlinie http://www.g-ba.de/downloads/39-261-1415/2011-11-24_MVV-RL_NeuroPsych_BAnz.pdf.

Für wen ist klinische Neuropsychologie geeignet?

Die neuropsychologische Diagnostik und Therapie ist geeignet zur Untersuchung und Behandlung von Menschen die an krankheitsbedingten Funktionsstörungen des Gehirns leiden. Die häufigsten Erkrankungen sind:

-  Schlaganfall
-  Schädelhirntrauma
-  entzündliche Hirnerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose)
-  Zustand nach zerebraler Hypoxie
-  Hirntumor
-  Epilepsie.

Was wird behandelt?

Eine Erkrankung oder Verletzung des Gehirns kann zu „sichtbaren“ Beeinträchtigungen führen, wie z.B. in der Motorik, und „hörbaren“, in der Sprache. Es kann jedoch auch zu von außen „unsichtbaren“ Gesundheitsstörungen kommen, z.B. der kognitiven (geistigen) Leistungsfähigkeit, im Gefühlsleben oder im Sozialverhalten.

Folgende kognitive Funktionen können gestört sein: Aufmerksamkeitsleistungen, Lernen und Gedächtnis, Wahrnehmung, Planen, Problemlösen und Handeln, Zahlenverarbeitung, usw.

Es können auch emotional-affektive Störungen auftreten, z.B. : Probleme mit der Krankheitsverarbeitung, Anpassungsstörungen, depressive Episoden, Ängste, posttraumatische Belastungsstörungen. Zudem sind hirnorganisch bedingte Verhaltens- und Wesensänderungen wie eine Minderung der Selbstwahrnehmung und der Störungseinsicht sowie der Impulskontrolle oder ein Antriebsmangel möglich.

Die Betroffenen erleiden häufig Einschränkungen in der Teilhabe am sozialen- und Erwerbsleben, d.h. Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen oder in der Ausübung des Berufes. Möglicherweise ist die Arbeit nur mit reduzierter Arbeitszeit oder auf einem leidensgerechten Arbeitsplatz möglich. Manche Betroffene müssen vorübergehend oder unbefristet berentet werden oder eine Umschulung machen.

Der Umgang mit dem veränderten Leistungsvermögen und problematischen Verhalten führt die Betroffenen und ihre Angehörigen / Bezugspersonen häufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. In der Folge kann es zu erhöhter Anspannung, Traurigkeit, Ängsten und zu Partnerschaftsproblemen kommen.